Permethrin – Hilfe unser Haus ist vergiftet!

Das war letzte Woche mein Hilferuf an die Presse:

Wir, mein Mann (36) und ich (37), leben mit unseren Kindern (1+6) im Haus meiner Großtante (85) Vor etwa 3 Monaten fing das ganze an aufzufallen, als sie starke offene Hautwunden auf dem Rücken hatte und ich mit ihr zum Hautarzt furh. Meine Tante war felsenfest der Meinung, dass sie unter der Haut Ungeziever hatte. Mann konnte aber sehen, dass sie sich die offenen Stellen selber aufkratzte. Der Arzt war der gleichen Meinung und meinte zu mir, dass sie wohl an einem Dermatozonwahn (Ungezieferwahn) leiden würde. Er meinte, man könne das in dem Alter nicht mehr therapieren und sollte zur Beruhigung der Tante halt 1, 2 Mal im Jahr den Kammerjäger kommen lassen. Als das Thema „Ungezieferwahn“ für uns jetzt präsent war, viel uns immer öfter auf, und auch aus der Vergangenheit ein, wie oft unsere Tante Paral sprühte. Mein Mann sah sie beim Einsprühen ihrer Kleidung, ich hatte gesehen, wie sie sich das Kopftuch zur Nacht einsprühte. Und hier und da hörte man sie einfach sprühen. Mir viel ein, dass schon früher unter dem Wohnzimmertisch so Ungeziefergifttafeln (nexalotte o.Ä.) stand. Mir wurde es immer unbehaglicher, dass unsere Tochte so oft da unten spielte. Hatte es ihr auch gesagt, doch sie sprühte immer wieder mal. Zudem wurde unsere Tante immer depressiver. Sie bekam offene Stellen jetzt auch auf dem Arm. Auch wenn man wieder sehen konnte, dass sie sich die Hautstellen selber aufkratzte, sagte sie, es würde halt jucken und sich so anfühlen, als wenn da etwas drüber laufen würde. (einer der Vergiftungsanzeichen von Permethrin, wie ich jetzt weiß) Nachdem sie immer verzweifelter wurde und auch immer wieder sagte, sie würde am liebsten sterben, viel mir der Rat der Ärztin wieder ein und ich meinte zu ihr, sie solle doch einen Kammerjäger kommen lassen. Er kam auch und dadurch kam das ganze „zum Glück“ ans Licht.

Der Kammerjäger wurde von meiner Mutter im Vorfeld schon drauf hingewiesen und gebeten, nicht zu viel Gift zu versprühen, da meine Tante schon viel Paral gesprüht habe und es kein Anzeichen für Tierchen jeglicher Art gab. Nach Aussagen des Kammerjägers wurde auch geringere Mengen Gift versprüht. Dennoch wollten wir die Wohnung gründlich reinigen, da ja auch ausser der Großtante, die Kinder sehr oft zum Spielen nach unten gingen. Bei dieser Reinigung haben wir alleine 10 Flaschen Paral gefunden. Nach der Gründlichen Reinigung versprach unsere Tante nun, nicht mehr zu sprühen, da ja jetzt auch alles rein war und es keine Tierchen mehr geben könnte.

Nur einen Tag danach war meine Tante wieder so depressive. Sie war felsenfest überzeugt davon, dass sie jetzt Ungezieder auf dem Beinen hatte (seit einigen Tagen hatte sie nun dort auch offenen Stellen) und sie wolle gleich zur Apotheke gehen und sich Läusemittel (Permethrin) holen.

Am Abend wurde es unserer Tante wieder völlig übel – wie auch schon paar Tage zuvor – Da auch wir nun wussten, dass das so nicht weiter gehen konnte, waren wir umso erleichteter, als sie zustimmte ins Krankenhaus zu gehen. Dort wurde auch festgestellt, dass es etwas neurologisches ist und sie ist seit dem wegen dem Wahn in psychischer stationäer Behandlung.

Wir hatten uns nun im Internet über einen unsachgemäßen Gebrauch über Paral und dem darin enthaltenem Nervengift „Permenthrin“ informiert und waren geschockt, was man dazu alles im Netz finden konnten. Auf eine Empfehlung der Interessengemeinschaft Holzschutzmittelgeschädiger, IHG.ev haben wir auf eingene Faust Urinproben an das Medizinische Labor Bremen geschickt und auch Staubproben aus beiden Wohnungen um sie auf eine eventuelle Belastung zu prüfen.

Die Ergebnisse sind nun da, und wir sind geschockt! Der Wert des Metabolit 1 dessen Grenzwert 0,5 µg/l sein sollte waren bei meinem Mann 4,4, bei unserm Sohn 8,0, bei unserer Tochter 14,4 und bei mir 17,9.

2 Tage später kam nun der nächste große Schock. Die Hausstaubproben haben ergeben, dass unsere Wohnung (1µg/kg sind der Grenzwert) mit 70g/kg weit über der Bedenklichkeitsmarke liegt. Der Hammer ist aber die Wohnung unserer Tante. Dort wurde ein Wert von 1200 g/kg gemessen.

Der Arzt des Labors in Bremen, die ja täglich mit so Sachen zu tun haben, meinte, dass er so einen hohen Grad an Vergiftung noch nicht gehabt habe. Ausser Permenthrin wurden auch noch weiter Giftstoffe in hoher Konzentration gefunden.
(Tetramethrin, Cypermethrin, pp-DDT und Propoxur)

Seitdem habe ich das Gefühl mir platzt der Kopf. Die meisten Stellen, wie z.B. das Gesundheitsamt, oder auch Ärzte können uns keine Auskunft geben, da sie das ganze entweder nicht ernst nehmen oder halt einfach keine Ahnung haben zu dem Thema.

Wir haben jetzt schwarz auf weiß, dass wir absolut viel Gift im Körper haben und das unsere Wohnungen so nicht mehr bewohnbar sind, doch was jetzt?

Auf Rat des Dr. im Labor haben wir mit den Kindern sofort das Haus verlassen und wohnen jetzt erstmal bei meiner Mutter und ihrem Mann.

Beide Kinder haben nun schon seit Monaten unerklärlichen Husten oder Rasseln auf den Bronchien. Auch mein Mann und ich sind seit Monaten schon krank. Ich höre mich an, als wenn ich einen Raucherhusen habe und täglich mindestens 20 Zigarretten rauchen würde, jetzt wissen wir wohl auch warum. Aber was müssen wir jetzt alles machen?

Im Bericht des Labors steht drin, wir sollen das Haus erst wieder betreten, nachdem es dekontarminiert wurde. Daraufhin haben wir eine Firma gesucht, die solch Reinigung durchführt. Doch anscheint, war auch denen die Angelegenheit zu heikel. Sie meinten, so eine Dekontaminierung für nur eine Wohnung, würde einige Tage dauern, so ca 6.000 Euro kosten und sie könnten aber keine Garantie geben, in wie weit sie den Wert senken könnten. Von kommpletter Reinigung war gar nicht die Rede. Doch was nützt uns das, wenn der Wert von 1200 auf 500 sinkt. Oder in unserer Wohnung von 70 auf 30. Dann sind wir immer noch weit drüber und wir sind genauso ratlos wie vorher.

Ein Baubiologe, denn wir über das Internet gefunden haben meinte, dass wir ein richtig großes Problem haben. Er meinte in seinen 30 Jahren Berufserfahrung hätte er einen so hohen Wert noch nie gehabt. Und so einen Wert von 70 g/kg würde es auch nur in 2 Prozent der Fälle geben. Das macht mir Angst! Wir werden jetzt nochmal 5 Proben von Möbeln, Stofftieren, Teppichen einschicken. Denn es gibt jetzt Meinungen die sagen, es müsse alles raus und andere, die sagen es würde reichen, wenn alles gründlich gereinigt wird. Doch wir wissen doch gar nicht, was alles vergiftet ist. Können wir jetzt den Kinder ihr Spielzeug rausholen, oder nicht. Was ist mit Kleidung?

Uns ist gesagt worden, dass Kleidung nicht einfach gewaschen, sondern chemich gereinigt werden muss. Aber was machen wir mit all den persönlichen Sachen??? Was ist mit dem Holzmöbeln, den Elektrosachen??? Leider finde ich keine Stelle, die mir da konkret Auskunft geben kann. Wir können doch nicht alles wegschmeißen! Was ist mit den Holztüren, muss der Boden raus, die Tappeten…

Wir haben große Angst um die Gesundheit der Kinder, von daher wollen wir auch kein Risiko eingehen und möchten jetzt alles richtig machen. Wir sind auch immernoch auf der Suche nach einem Arzt, der uns verbindlich sagen kann, wie sich das Gift auf unseren Körper ausgewirkt hat und was wir nun tun können oder müsse.

Auch weiß ich gar nicht, wie wir das jetzt alles in relativ kurzer Zeit schaffen sollen. Wir können doch nicht auf Montate hier mit 4 Personen und einem Hund in 1 ½ Zimmer wohnen. Unsere arme Großtante, die jetzt mit den größten Schuldgefühlen noch in der Klinik ist, kommt eventuell auch in 3 Wochen nach Hause, und was machen wir dann mit ihr?

Wir fühlen uns so hilflos und überfordert!

 

seitdem…

02.08.2011
Befund der Urinproben sind gekommen!

Telefonant mit Kinderarzt: er wollte die Befunde und macht sich schlau ob er die Urinproben in sein Labor schicken kann. Doch die machen keine Proben.

Telefonant mit der Interessengemeinschaft Holzschutzmittelgeschädigter: ich soll mich nochmal melden, übermorgen ab 17.00 Uhr, wenn ich die Hausstaubanalyse habe. Er will sich bei einem Baubiologen informieren, über eventuelle Sanierungsnotwendigkeiten

Telefonant mit dem Gesundheitsamt:
Ich bekam den Rat mich an die Umweltambulanz der Uni-Aachen zu wenden. Doch ich hatte da absolut nicht das Gefühl, dass die Ärztin wusste, wo von sie sprach. Sie fand die Auswirkungen auf die Gesundheit nicht so schlim. Es würden alles wieder reparabel sein und das Gift auch schnell wieder den Körper verlassen.

5. August 2011
Fahrt zum Versicherungsman um zu fragen, ob die Haftpflicht meiner Tante eventuell uneren Schaden übernimmt – doch er war leider im Urlaub.

Fahrt zur Krankenkasse AOK. Wir fragten, wo wir unsere Gesundheitszustand überprüfen lassen können und ob die Kasse die angefallenen Laborkosten für die Urinproben und die noch anfallenden übernehmen würden, vor allem für die Kinder. Doch sie übernemen nicht.

8. August 2011
Telefonat mit dem Labor: Kostenanfrage für weitere Proben. Das Labor hielt weitere Proben für unnötig und empfahl aber weiterhin die Wohnung nicht selber zu säubern und von andern dekontaminieren zu lassen
Telefonat mit dem Gesundheitsamt wegen einer Dekontaminierung. Verweis an TÜV Rheinland.

Telefonat mit TÜV Rheinland, doch TÜV Prüft nur, stellt aber keine Gutachten aus, beseitigt keine Gifte

Telefonat mit der Feuerwehr Köln; keine Dekontaminierung

Suche im Internet nach Umweltmedizinern; mehere Ärzte haben den Umweltmedizinern abgelegt, mit der Begründung, dass die Kosten nicht von der Kasse übernommen wurden.

Ein Arzt habe ich gefunden, doch da fragte man mich direkt, ob wir Kassen- oder Privatpatienten seien, denn auf uns würde pro Person mehrere Hundert bis tausend Euro zu kommen.

9. August 2011
Telefonat mit dem Baubiologe, weitere Proben, vor allem in unserer Wohnung bleiben weiterhin das in unserer Situatin sinvollste, da noch keine Erfahrung mit einer so hoch vergifteten Wohnung gemacht wurden.

Wechsel vom Bremer Labor zum Analytik Aurachtal Labor.

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